HSV-FaClub Matz ab

          since Nov. 2011  

 

 


 

In diesem Derby war alles drin - „nur kein Tor für Werder“

 Ich weiß nicht, wer von Euch die Samstag Bundesliga-Konferenz gesehen hat, auf jeden Fall bot das Nordderby am Samstagabend einen vielfach höheren Unterhaltungswert und Spannungsbogen als die Begegnungen der 1. Liga.

Erstmals seit 2015 gewinnt der HSV wieder ein Nordderby in Bremen, was noch Tage für reichlich Gesprächsstoff aufgrund einiger strittiger Szenen sorgen wird. 


Gab es bei dem Blitztor von Glatzel und dem Treffer von Heyer kurz vor dem Halbzeitpfiff nichts zu beanstanden, verursachten die gelb - rote Karte von Werders Kapitän Christian Groß, das vermeintliche Foul an Duksch im 16er und letztendlich das nicht gegebene Freistoßtor von Duksch mal Richtung Alarm auf den Rängen.Wenn man sich die Szene mit Groß noch einmal in Ruhe anschaut, gibt es wohl keine Zweifel an der Verwarnung. Anders verhält es sich bei der Szene von Duksch und Schonlau, wo aus meiner Sicht ein Strafstoß berechtigt gewesen wäre. So sehen es auch Colinas Erben. Das Freistoßtor bzw. die Nichtanerkennung wird sicherlich in die Kuriositätensammlung aufgenommen werden. Schon erstaunlich, dass ein M. Weiser die gängigen Regeln nicht kennt. Großes Lob an den Stadionsprecher Arndt Zeigler, der in der Halbzeitpause, diese Regel erklärte und auf den Rängen erstmal Ruhe war.

Zum Spiel selber:

Der HSV hatte eigentlich alles im Griff und neutralisierte mit seinem Pressing und Gegenpressing Werders Aufbauspiel, so dass Bremern rein gar nichts gebacken bekam. Leider hat man dies nicht konsequent ausgenutzt und mehr oder weniger zwischen den Strafräumen herum gedaddelt. In der zweiten Halbzeit war es wohl der falsche Plan, das Spiel trotz der gelb-roten Karte von Schonlau locker runter zu spielen. Ergebnis war, das bis auf Jatta nicht eine Torchance mehr erspielt wurde. Das nahm Werder dankend an und erhöhte den Druck mit mehr eingewechselten Offensivspielern.Was sich dann allerdings die letzten 20 Min auf dem Rasen abspielte, war von beiden Mannschaften Slapstick pur. Die neuformierte Abwehr vom HSV schoß einen Bock nach dem anderen und die Bremer insbesondere Füllkrug nahmen die Gastgeschenke nicht an. Ich weiß nicht, was noch passiert wäre, wenn Werder das Anschlusstor erzielt hätte. So war der Fußballgott für die richtige Raute.

Für den unbeteiligten Zuschauer war das natürlich  von hohem Unterhaltungswert und eigentlich vergnügunssteuerpflichtig, für manchen Fan bis zu einem gewissen Grade gesundheitsgefährdend.

Unterm Strich war es ein verdienter Sieg des HSV. Erstaunlich, dass diese junge Truppe trotz der aufgeheizten Stimmung zumindest 70 Min. kühlen Kopf behielt und erst mit Werders Druckphase etwas die Düse ging.

Übrigens wie man Werder ärgert wußte Heyer schon vorher. 2016 warf Heyer mit den Sportfreunden Lotte die Bremer in Runde eins aus dem Pokal. Jetzt ist er auch noch Derbyheld.