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FC Heidenheim gegen den Hamburger SV

Die Art und Weise, wie hoffnungslos unterlegen und über weite Strecken desolat sich der HSV gegen Bochum präsentiert hat, kam überraschend, der Rückschlag hatte sich indes schon angebahnt. Schon im Derby waren Probleme im  Mittelfeld aufgetreten, beim Remis bei Holstein Kiel erinnerte nicht zuletzt der HSV an den Last-Minute-Gegentreffer an die vergangene Spielzeit - er präsentierte sich auch lange ideenlos und mit der Führung im Rücken passiv. So wurde nicht unerwartet nicht nur medial heftige Kritik an den Spielern und an der personellen und taktischen Ausrichtung von D. Thioune geäußert. War es nun der viel zitierte „ Ausrutscher „ oder stolpert der HSV in eine Krise ?

Schlauer werden wir nach 90 Min. + x  bei der Begegnung gegen die heimstarken Heidenheimer sein - übrigens die Mannschaft um das Trainer - Urgestein Frank Schmidt, die dem HSV letzte Saison in letzter  Minute den direkten Aufstieg vermasselte und dann mit zwei Remis gegen  Bremen am Aufstieg scheiterte. Dieser größte Erfolg in der Vereinsgeschichte hatte aber auch seine Schattenseiten.

Die Gründe, warum sich Heidenheim zurzeit in den Untiefen der Tabelle wiederfindet, liegen auf der Hand: Aderlass - mal wieder. Nachdem im Jahr zuvor schon Leistungsträger wie Robert Glatzel, Nikola Dovedan oder Robert Andrich den FCH verließen, war der Verlust in diesem Sommer vermutlich noch schlimmer: Mittelfeld-Regisseur N. Dorsch und Torgarant Tim Kleindienst zog es nach Belgien zum Europa-League-Starter KAA Gent, Abräumer Sebastian Griesbeck schnuppert Bundesliga-Luft bei Union Berlin, Timo Beermann wechselte in die alte Heimat nach Osnabrück und Arne Feick steht für Gegner Würzburg auf dem Platz. Der Ausverkauf davor konnte hervorragend kompensiert werden, diesmal gelang es bisher nicht.

Bis auf das in letzter Minute glückliche Remis bei Holstein Kiel wurden alle Auswärtsspiele verloren - die restlichen 8 Punkte wurden zu Hause geholt. Heidenheim war letzte Saison einer der laufstärkste Mannschaft und hat mit 120/20 km/Spiel nach den bisherigen acht Spielen den stärksten Wert, erstaunlich allerdings das mit einer Zweikampfqoute von 47/16 % der letzte Platz eingenommen wird. Frank Schmidt, der Dino unter den Profi-Trainern in Deutschland, ist ein gewiefter Taktiker und hat sicherlich analysiert, wo die zuletzt o. a. Probleme des HSV liegen.


Der HSV muss nun beweisen, dass das Spiel lediglich ein „ Ausrutscher „ war, damit nicht wieder der altbekannte Vorwurf kommt, der Truppe fehlt es vor allem an der nötigen Siegermentalität. Es ist davon auszugehen, dass Thioune auch im 9. Spiel eine andere Formation auf das Spielfeld schickt, wobei man sich wünscht, dass sich seine Mannschaft über längere Zeit einspielt. Übrigens hat Fürth, spielerisch zurzeit das Nonplusultra, ist bei den letzten vier Spiele mit der identischen Elf aufgelaufen. In diesem Zusammenhang darf man wohl kritisch hinterfragen, was  Thioune ständig mit dem von ihm kommunizierten Entwicklungsprozess meint. Immerhin wissen bis auf Onana und Ambrosius alle Profis wie die 2. Liga tickt und welche Anforderungen erfüllt sein müssen. 

Welche personelle  Veränderungen wird Thioune  vornehmen, wie reagiert er auf das Wechseltheater von Ambrosius Berater ? Das Experiment mit Leipold als Schienenspieler und Jatta als Verteidiger in einer Art 5 - Kette gilt als gescheitert. Sollte Dudziak wieder spielfähig sein, steht Thioune bis auf van Drongelen der volle Kader zur Verfügung. Auf seiner PK sprach er von der zentralen Achse Ulreich und Terodde, dazwischen betteln sich viele.

Bei aller Kritik  und man bedenkt wie schwer sich die anderen gehandelten Aufstiegsfavoriten sich wer tun - der HSV ist immer noch Tabellenführer, was nicht wenige vor Saisonbeginn zu diesem Zeitpunkt unterschrieben hätten. Wenn alle Spieler in Heidenheim ihr Potential abrufen und die Basics auf den Platz bringen, sind die seit einem Jahr zu Hause ungeschlagenen Schnatterer und Co. zu bezwingen.