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 St. Pauli gegen den Hamburger SV :  Das 105 Stadtderby - so leise wie noch nie

Das Hamburger Stadtderby zwischen dem HSV und St. Pauli hat beinahe eine 100 jährige Tradition und manch einer meidet den Verein des jeweils anderen wie der Teufel das Weihwasser. Auch ohne Fanmärsche, Fackeln, volle (Fan) -Kneipen und auf ein Minimum geschrumpftes Polizei - und Ordneraufgebot ist reichlich Brisanz in der Partie. Hier der „ große „ HSV, da der Stadtteilverein von der Reeperbahn. Auf der einen Seite der ehemalige „ Bundesliga - Dino“, dort der schrille „ Weltpokalbesieger“.

Nach dem Abstieg des HSV gingen die Stadtderbys erstmalig im „ Unterhaus“ über die Bühne und es wurde sehr schnell deutlich, dass die Vormachtsstellung in Hamburg alles andere als eine klare Angelegenheit ist - zumindest wenn man sich die letzten Direktvergleiche anschaut.

Das 104. Derby am 30.10.2020 war die vorerst letzte Fußball-Party in der Hansestadt. Kurz vor dem bundesweiten Lockdown durften an dem Freitagabend noch einmal 1000 Fans im Volksparkstadion dabei sein, die ein emotionsgeladenes, temporeiches und intensiv 2 : 2 erlebten. 

4 Monate später folgt nun das Rückspiel am Millerntor gegen einen wiedererstarkten St. Pauli, der aus den letzten sechs Spielen 15 Punkte holte und so Anschluss an das Mittelfeld schaffte. Nach der miserabelen Hinrunde verfiel man seitens der Clubführung nicht in Hektik, vertraute dem Eigengewächs Timo Schultz als Trainer weiter und verstärkte sich im Winter mit den Leihspielern Omar Marmoush vom VFL Wolfsburg und Eric Smith vom KAA Gent. Beide Spieler schlugen sofort ein, wobei insbesondere Marmoush mit dem aus einer langen Verletzung kommenden Burgstaller ein effizientes Sturmduo bildet. Die Zeiten, wo Pauli mehr über den Kampf kam, ist spätestens mit Timo Schultz offensiv ausgerichteten Kombinationsspiel passe, zumal die schnellen und technisch versierten Mittelfeldspieler ihre Formkrise überwunden haben.

Für zumindest nicht nur für die Fans so wichtigen Stadtderby spricht der Trend klar gegen den HSV. Mit nur einem Sieg aus den jüngsten fünf Zweitligaspielen präsentiert sich Thiounes Truppe aktuell nicht in Aufstiegsform. Im Vergleich zur Hinrunde, als der Club die ersten fünf Spiele gewann, holte der Club in der Rückrunde gegen dieselben fünf Mannschaften neun Punkte weniger und die Rückrundentabelle weist den HSV als Neunten auf. Die Folge: Der vor wenigen Wochen noch komfortable Vorsprung auf die Konkurrenz ist längst verspielt und zu guter letzt blamierte man sich beim Tabellenletzten bis auf die Knochen.

In dem nun anstehenden Derby wird sich zeigen, ob der HSV wieder in die Spur findet und der kollektive Aussetzer in Würzburg nur ein Ausrutscher war. Thioune wird nach der der Analyse dieser Begegnung taktisch und insbesondere personell die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Das wäre schon verwunderlich, wenn neben dem wieder spielberechtigten Ambrosius nicht M. Heyer aufgeboten wird, zumal die beiden schon zu Saisonbeginn harmonisiert haben. Spannend dürfte es hinsichtlich der Besetzung des  Mittelfeldes werden. Nach dem Ausfall von Gjasula und Onana sowie Heyer in der IV hat Thioune ein Problem. Bringt er wieder Hunt oder behält er die Dreierkette und spielt mit Vagnoman und Leipold als Schienenspieler?

"Es ist eine andere Anspannung. Das Derby ist etwas Besonderes","Mittlerweile habe ich auch kapiert, was es für die Stadt bedeutet. Es wird sicherlich keine normale Woche und auch kein normales Spiel am Montag", so Daniel Thioune .

„ Da braucht man keinem Spieler etwas zu erzählen. Jeder weiß, dass es ein besonderes Spiel ist, wenn irgendein Spieler eine Extra-Motivation oder ein Kitzel braucht, dann hat er seinen Job verfehlt. Letztendlich hat es die Mannschaft selbst in der Hand, um bei Derby den Ausganbg der Partie zu bestimmen,“ so Mutzel. Nun sollten auch den Worten Taten folgen, denn der Spielausgang und das Auftreten der Mannschaft im Millerntorstadion wird wegweisend für die folgenden schweren Aufgaben gegen Kiel, Bochum pp. werden.